Die Geschichte des RSV Stendal 07

12. August 2021 Aus Von rsv

Der RSV Stendal 07 bietet den Altmärkerinnen und Altmärkern die Chance, das Ringen zu erlernen. In diesem Artikel wollen wir Ihnen die Entwicklung des Vereins vorstellen.

Das Ringen besitzt in Stendal eine über 60-jährige Tradition. Die Sektion der Betriebssportgemeinschaft Lokomotive Stendal wird im Dezember 1960 von Bernd Eich gegründet. Zu Beginn verfügte man weder über Räumlichkeiten zum Üben noch über das nötige Equipment. Aber Eich war voller Tatendrang. So baute er mit seinen Unterstützern einen funktionierenden Trainingsbetrieb auf. Die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Horst Stottmeister lernte die Grundlagen in Stendal. Als Erfolge sind der zweifache Gewinn der Europameisterschaften (1970 und 1975), der dreifache Vize-Weltmeistertitel (1971, 1973 und 1975) und die beiden vierten Plätze bei den Olympischen Spielen (1972 und 1976) zu nennen. Aber auch andere Athleten haben zahlreiche Medaillen ergattert. Nur beispielhaft sind Uwe Heiser, Siegfried Müller, Erich Nehl, Norbert Stern, Jürgen Soisson, Klaus-Dieter Gbur, Lutz Salomon, Andreas Buchhorn, Mario Paulsen, Andreas Rückschlag und Frank Seeger zu nennen.

Nach der politischen Wende gliederten sich die Stendaler Ringer dem ESV Lok Stendal an und wurden eine eigene Abteilung. Die Zügel übernahm Björn Buchhorn. Am 02.05.2007 gründetet sich der RSV Stendal 07. Bei der Gründungsverantstaltung war der neu gewählte siebenköpfige Vorstand unter der Leitung von Björn Buchhorn (Vorsitzender), Rainer Stoll (stellvertretender Vorsitzender) und Christina Rotenburg (Kassenwart) anwesend. Man entschied sich bewusst für den Namen „Ringersportverein“. Das Ringen ist das zentrale Betätigungsfeld – gleichzeitig wollte man jedoch andere Sportarten im Verein nicht ausschließen.

Im Jahr 2007 wurde der traditionelle Rolandpokal, das eigene Kinder- und Jugendturnier, ausgetragen. Eine Besonderheit gab es dabei: Es fand ein Männermannschaftskampf gegen die Vertretung aus Dessau/Bitterfeld statt. Die C-Jugendlichen Chris Sagner und Kevin Lawrenz ergatterten sich Silbermedaillen bei den Mitteldeutschen Titelkämpfen. Somit ging es für beide zu den Deutschen Meisterschaften nach Unterföhring. Hier kamen sie auf die Plätze 20 bzw. 13.

Zu Beginn des Jahres 2008 bahnte sich ein Höhepunkt an. Der neue Verein trug die Mitteldeutschen Meisterschaften der A- und B-Jugend in beiden Stilarten aus. Tony Kulbida (B-Jugend) kam am Ende mit einer kämpferischen Leistung auf den vierten Rang. Für Nancy Schreck (weibliche Jugend) ging es zur Mitteldeutschen Meisterschaft nach Luckenwalde. Sie kam auf den vierten Platz. Chris Sagner und Kevin Lawrenz starteten wieder bei den nationalen Titelkämpfen. In Mühlheim an der Ruhr kamen sie auf die Plätze 14 und 17.

Das Jahr 2009 brachte dann wieder Stendaler Teilnehmer zu den Landesmeisterschaften der Männer nach Nebra. Jan Rotenburg erreichte mit unkonventionellen Aktionen den vierten Platz. Bei den Mitteldeutschen Meisterschaften gab es auch Erfolge: Kevin Lawrenz (B-Jugend) holte Gold. Tony Kulbida (A-Jugend) konnte den vierten Platz für sich verbuchen. Nancy Schreck, die mittlerweile an der Luckenwalder Sportschule trainierte, kam bei der weiblichen Jugend auf den sechsten Rang. Bei den Deutschen Meisterschaften beim ASV 1885 Freiburg konnte sie nicht ihre volle Leistung entfalten und wurde Neunte.

Im Jahr 2010 holten sich Tony Kulbida und Schamil Suleimanov Edelmetall bei den Mitteldeutschen Titelkämpfen der A-Jugend. Der eigene Rolandpokal stand ganz im Zeichen der Feiern zum 50-jährigen Bestehen des Ringens in Stendal. Als Höhepunkt begrüßte man zahlreiche Ehrengäste und ehemalige Sportfreunde. Die offenen Mitteldeutschen Meisterschaften der C- und D-Jugend im freien Stil wurden in der Altmark ausgerichtet. Fast 200 Athleten aus acht Bundesländern reisten an. Mit einer sehr starken Leistung präsentierte sich Kevin Lucht. Im Finalkampf fehlte ihm nur ein bisschen Glück, so wurde er Vize-Meister. Seit dem 06.10.2010 verfügt der RSV Stendal 07 über einen eigenen Trainingsraum. Das Ringerzentrum befindet sich in der Sporthalle in der Erich-Weinert-Straße.

Kevin Lucht trainierte 2011 mittlerweile an der Hallenser Sportschule. Vorher hat er bei Trainer Thomas Feindt das Ringer-ABC erlernt. Lucht gewinnt sogar internationale Medaillen, z. B. beim Word Sport Festival in Wien oder bei Turnieren in Polen und auf Malta.

Das Jahr 2012 brachte eine besondere Überraschung mit sich. Kevin Lucht holte den ersten gesamtdeutschen Meistertitel bei der DM in Büdesheim nach Stendal. Später rang er sogar für die Deutsche Nationalmannschaft und für den KSV Pausa in der Bundesliga. Umar Chentiev fand im Ringen seine Passion. Er wurde von 2011 bis 2016 fünf Mal Landesmeister und 2012 sogar Mitteldeutscher Meister in beiden Stilarten.

In den Jahren 2012 und 2013 zeigten sich die Stendaler Ringer beim Tag der offenen Tür einem breiten Publikum. Die Trainingsgruppen präsentierten im Ringerzentrum ihr Können und luden zum Mitmachen ein. Im Jahr 2013 gab es sogar einen Freundschaftskampf gegen die Männermannschaft vom Magdeburger SV 90.

Im Jahr 2014 wurden die Stendaler mit der Ausrichtung der Mitteldeutschen Meisterschaften der C- und D-Jugend im freien Stil sowie der weiblichen Schüler beauftragt. So machten sich 290 Sportlerinnen und Sportler aus Bayern, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt auf den Weg nach Stendal. Fast 500 Kämpfe mussten ausgetragen werden. Aus Stendaler Sicht waren sie Silbermedaillen von Umar Chentiev und Ibragim Tataev sehr erfreulich.

Regelmäßig führen die Stendaler Ringer seit über 25 Jahren Ferienfreizeiten durch. Verschiedene Ziele werden im Sommer angesteuert: Dranske oder Prora auf Rügen, Timmendorf auf der Insel Poel, Wesenberg, Canow oder andere Ort an der Mecklenburgischen Seenplatte, Rheinsberg, zum Hohennauener See aber auch Havelberg. Manchmal steht das Baden in der Ostsee im Vordergrund, manchmal fahren die Ringer Kanu oder auch mit dem Fahrrad. Im Winter lernen die Mattensportler das Skifahren kennen. Dazu reisen sie für eine Woche ins Riesengebirge in die Tschechische Republik. Sie dürfen das Fahren auf Langlauf-Skiern und Abfahrt ausprobieren.

 

Umar Chentiev stellte sich der Konkurrenz bei den offenen Mitteldeutschen Meisterschaften der Junioren und B-Jugend in Plauen 2015. Er gewann Silber. Der internationale Petermännchen-Pokal wurde in Schwerin ausgerichtet. Sechs Mal gab es für die Kampfsportler aus der Hansestadt Edelmetall und den sechsten Platz in der Mannschaftswertung. Die Mitteldeutschen Meisterschaften der C- und D-Jugend im freien Ringkampf fanden in Werdau statt. Nach bis zu sechs anstrengenden Kämpfen strahlten beide Athleten über das ganz Gesicht. Sie konnten jeweils den Titel des Mitteldeutschen Meisters gewinnen.

Im Jahr 2016 trugen sich die Altmärker in die Wettkampflisten beim internationalen Kyffhäuserpokal in Artern ein. Hier bewiesen sich die Kinder aus der Trainingsgruppe von Dirk Müller. Am Ende des Tages gab es zwei Plätze ganz oben auf dem Podest für Jona Berghoff (C-Jugend) und Karl Schulz (E-Jugend).

Jan Rotenburg tritt in der Landesliga Sachsen-Anhalt für den Magdeburger SV 90 an. Durch seine Einsätze konnte das Team aus der Landeshauptstadt u. a. 2014, 2015 und 2016 Meister werden.

Bei den German Masters, die Deutschen Meisterschaften für Männer über 35 Jahre, trugen sich in den letzten Jahren Sportler aus der Altmark in die Turnierlisten ein. So stellten sich Mario Paulsen, Jan Rotenburg, Mario Klitsch und Stev Berghoff der Konkurrenz.

Im Jahr 2017 zeigten die RSV-Sportler ihr Showtalent. Bei einen Premieren-Tag mit Vorstellung neuer Modelle im Autohaus Dehn in Stendal waren sie eine Attraktion. Die offenen Mitteldeutschen Meisterschaften im freien Ringkampf für die C- und D-Jugend fanden im Juni in Stendal statt. Es waren 211 Sportler aus neun Bundesländern dazu angereist. Felix Zürcher konnte sich eine Silbermedaille erkämpfen. Beim 21. Philipp-Seitz-Gedenkturnier, einem Sicherungsturnier des Bundestrainers, starteten drei Stendaler. Abdolhamid Sadeghy und Ferro Apid (Junioren) belegten die Plätze 11 und 13. Jonas Berghoff (B-Jugend) wurde Vierter.

Die Fassade des Ringerzentrums in der Erich-Weinert-Straße wurde 2018 neugestaltet. Mit der Unterstützung von KinderStärken e. V. konnte eine Projektgruppe um Thomas Schulz die Ideensammlung und Umsetzung organisieren. Im selben Jahr findet das Wrestling Tournament statt. Dies wird dazu genutzt, die 10 mal 10 Meter große neue Matte inklusiver einer Mattendecke nach den neuen Richtlinien des Ringerweltverbandes United World Wrestling in blau-oranger Farbe, einzuweihen.

Der Rolandpokal wurde 2019 wieder ausgerichtet. Zur 20. Auflage des Wettkampfes kamen Sportlerinnen und Sportler aus Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und ganz Sachsen-Anhalt in die Altmark. Sogar eine Gruppe von Sportfreunden aus Moldawien absolvierte ein Trainingslager in Stendal und zeigte dann ihr Können beim Turnier. Am Ende des Tages konnte der RSV Stendal 07 hervorragende 14 Medaillen und den 3. Platz in der Teamwertung einheimsen. Als Gaststarter für das Landesliga-Team des Magdeburger SV 90 treten Aziz Hassou und Mohammad Reza Nabizade an. Seit diesem Jahr stellen die Altmärker auch Gaststarter für den AC Germania Artern. Sayad-Sajed Hussaini und Abdelhamid Sadeghy verkaufen sich teuer gegen die Konkurrenz und holen auch Punkte für ihr Team. Mit Tim Jacobs und Christoph Krumrey sind zwei weitere Hansestädter in der Landesliga als Kampfrichter aktiv. Krumrey besitzt sogar eine Bundeslizenz und wird in der Bundesliga und bei Deutschen Meisterschaften eingesetzt.

Mittlerweile hat sich in Salzwedel wieder eine Ringerabteilung gegründet. Gemeinsam mit den Sportfreunden aus Stendal finden regelmäßig Gemeinschaftstrainings statt.

Zu Beginn des Jahres 2020 heimsten die RSV-Sportler bei den Landesmeisterschaften in Halle acht Medaillen ein. Die Trainer Dirk Müller, Mathias Reuß, Stev Berghoff, Peter Jordan und Thomas Schulz waren sehr stolz auf ihre Schützlinge. Sayed Sajad Hussaini und Mathias Reuß stellten ihr Können bei den offenen Thüringer Meisterschaften in Greiz unter Beweis – Gold und Bronze.

Thomas Schulz vom RSV Stendal 07 wird zum Präsidenten des Landesringerverbands Sachsen-Anhalt gewählt. Mit seinem Team möchte er viele ambitionierte Ziele umsetzen und versucht die Vereine näher zusammen zu bringen.

Mit dem Beginn des Corona-Pandemie hat sich auch der Alltag für die Mitglieder des RSV Stendal 07 stark verändert. Das Training war nicht mehr oder nur noch eingeschränkt möglich. Wettkämpfe wurden nicht mehr ausgetragen. Die Trainer wollten erreichen, dass die Sportler nicht zu sehr den Kontakt zur schönsten Sportart verlieren. Aus diesem Grund startete man die Homeoffice-Challenge. Viele Mattensportler – von den Männern bis zu den Kindern – traten in verschiedenen Herausforderungen an. Die Anzahl der absolvierten Situps war dabei egal, jeder, der mitgemacht und sich bewegt hat, war ein Gewinner. Im Laufe des Jahres 2020 begann dann das Training unter Auflagen. Um sich möglichst effizient auf die beginnenden Turniere vorbereiten zu können, organisierten die Stendaler Ringer den Aufbau einer Beach-Ringen-Anlage vor dem Trainingszentrum. So konnten die Mattensportler Open-Air trainieren. Der Mitteldeutsche Rundfunk hat sogar über die Einweihung berichtet.

Im Mittelpunkt des Trainingsgeschehens 2021 steht die Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften. Mit Jonas Berghoff startet ein Stendaler bei der DM in Stendal. Er durfte mehrere Lehrgänge des Landesringerverbandes Sachsen-Anhalt, u. a. in Artern, Halle und in Eisleben besuchen. Beim letzten Vorbereitungslehrgang in Stendal konnte sogar eine Delegation aus Moldawien mit internationalen Medaillenträgern begrüßt werden.

Die Deutschen Meisterschaften der A-Jugend im freien Ringkampf werden in der Bürgerparkhalle der Berufsschule ausgetragen. Sie finden vom 27. bis 29. August statt. Weitere Informationen erhalten Sie unter https://ringen-stendal.de/deutsche-meisterschaften/