Ringersportverein Stendal 07

Drei Stendaler Kampfrichter

Geschrieben von rsv am in Neuigkeiten

Der RSV Stendal 07 nimmt mit seinen Sportlern bei vielen Meisterschaften und Turnieren teil. Mittlerweile sind jedoch auch drei Kampfrichter für den Verein tätig.

Zwei Ringer stehen auf der Matte. Jeder will gewinnen. Etwas unscheinbarer befindet sich auch der Kampfrichter auf der Matte, mit schwarzer Hose und weißem Poloshirt bekleidet. Er muss viele Entscheidungen fällen: Wie viele Punkte gibt es für eine Aktion? Wann wird der Kampf unterbrochen? Befinden sich die Sportler schon im Aus? Liegt wirklich ein Schultersieg vor? usw. Dies fällt nicht immer einfach, zumal die Ringer und Trainer oft nur ihre eigene Perspektive haben. Ohne die unparteiischen Männer und Frauen geht es aber nicht. Der RSV Stendal 07 schickt seit diesem Jahr mit Hamid Sadequi, Tim Jacobs und Christoph Krumrey drei Kampfrichter bei Wettkämpfen an den Start.

Seit diesem Jahr ist Abdol Hamid Sadequi Kampfrichteranwärter für den RSV Stendal 07. Gemeinsam mit seinem Trainer und Listenführer Thomas Schulz und den anderen beiden Kampfrichtern nahm er beim zweitätigen Kampfrichterlehrgang des Landesringerverbands Sachsen-Anhalt (LRV SAH) im Januar teil. Der 19-Jährige macht eine Ausbildung zum Elektriker. Das Ringen hat er in Afghanistan, wo er geboren wurde, kennengelernt. Seit 2015 lebt er in Deutschland und trainiert beim RSV. Sadequi trainiert 3-4 Mal pro Woche und startet bei Landes- und sogar Mitteldeutschen Meisterschaften sowie Turnieren. Er will jedoch auch Kampfrichter sein: „Das ist meine Art, wie ich das Ringen zusätzlich unterstützen kann.“ So hatte er seinen ersten Einsatz im Mai beim 19. Sparkassenpokal der C-, D- und E-Jugend sowie der weiblichen Schüler in Wittenberge. Genau 166 Ringerinnen und Ringer von 18 Vereinen waren angereist, um die besten zu ermitteln. Sie kamen aus Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt. Erst einzelne Kämpfe und dann immer mehr durfte Sadequi unter der Anleitung der erfahrenen Kollegen leiten. Am Ende des Tages wurde ihm von Tim Jacobs und Christoph Krumrey eine gute Leistung bestätigt.

Tim Jacobs ist bereits seit 2006 mit dem Ringen verbunden. Sein Vater, der früher selbst Ringer war, hat ihn zum Training mitgenommen. Jacobs war so begeistert, dass er eingestiegen ist und bei Dirk Müller und Horst Stern das Ringer-ABC gelernt hat. „Mit 13 Jahren bin ich dann Kampfrichter geworden. Ich habe da so einen Lockenkopf kennengelernt und der hat mir alles beigebracht“, witzelt Jacobs. Damit spielt er auf Christoph Krumrey an. Jacobs hat mittlerweile die zweithöchste Lizenz des LRV SAH. Er studiert in Jena, ist jedoch weiterhin seinem Verein als Kampfrichter treu. „Ich möchte mich gern ständig weiter verbessern. Man lernt nie aus. Das gilt besonders beim Regelwerk im Ringen, dass sich in den letzten Jahren häufig verändert hat“, gibt er seine Ziele bekannt.

Der letzte im Bunde ist Christoph Krumrey. Seit 1997 hat er in Stendal von Björn Buchhorn und Thomas Feindt das Ringen erlernt. Mittlerweile wohnt er in Braunschweig und versucht Turniereinsätze mit Heimatbesuchen zu verbinden: „So ein Wochenende kann ganz schnell vorbeigehen. Freitagnachmittag fahre ich nach Stendal und gehe am Abend zum Training. Am Samstag bin ich beim Wettkampf und am Sonntag bleibt ein bisschen Zeit für die Familie.“ Krumrey besitzt eine Bundeslizenz und darf Partien in der Bundesliga sowie Kämpfe bei Deutschen Meisterschaften leiten.

Alle drei Kampfrichter leben für ihren Sport und müssen ein bisschen verrückt sein, wenn sie es sich antun zwischen den Fronten zu stehen. Der RSV Stendal 07 möchte sich bei ihnen für den unermüdlichen Einsatz bedanken und wünscht ihnen Allzeit Gut Pfiff sowie ganz viele tolle Momente an und auch neben den Matten.

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