Wie der Vater, so der Sohn

2. September 2018 Aus Von rsv

Jonas Berghoff ist Ringer. Damit hat er ein ganz besonderes Hobby. Woher seine Motivation kommt, was sein Vater damit zu tun hat und was das Ringen für die ganze Familie bedeutet, erfahren Sie in diesem Artikel.

Jonas ist 14 Jahre alt, wohnt in Staffelde und geht in Stendal zur Schule. Das ist nichts Besonderes. Sein Hobby ist dagegen schon einzigartig. Er ringt. Das Ringen erlernt er beim RSV Stendal 07. Der Verein ist mittlerweile der einzige, der den Ur-olympischen Sport in der Altmark anbietet. In der DDR-Zeit gab es etwa in Tangerhütte, Salzwedel und Jävenitz weitere Vereine.

Zurück zu Jonas. Das Training besucht er seitdem er fünf Jahre alt ist. Diese Motivation seit neun Jahren zu halten, muss einen Grund haben. „Es macht mir Spaß.“, antwortet der Jugendliche lächelnd. Er mag die Vielfältigkeit des Sports: Nicht nur durch Kraft kann man Kämpfe entscheiden, es kommt auch auf Technik, Taktik und Ausdauer an. Um das alles gut zu fördern und anwenden zu können, trainiert er mittlerweile dreimal pro Woche.

Es stellt sich die Frage, wie Jonas zum Ringen gekommen ist. Sein Vater Stev hat ihn auf die Idee gebracht. Der 41-jährige ringt auch seit seiner Kindheit. Ein Freund hatte ihn nach der Schule zum Training mitgenommen und bis heute ist er dabei. Mit 14 Jahren wechselte Stev dann sogar zur Sportschule nach Leipzig. Neben mehreren Landesmeistertiteln in Sachsen sowie einem vierten Platz bei den Deutschen Meisterschaften, war er auch erfolgreich für die Oberliga-Mannschaft in Leipzig tätig. Bis heute hat Stev Spaß am Ringen, weil es der perfekte Ausgleich zum Beruf ist und der Zusammenhalt im Verein phänomenal ist. Er muss noch ein Lob loswerden: „Ich finde es toll, dass Menschen ihre Freizeit opfern und Kindern etwas Wertvolles beibringen – auch in einer Randsportart.“ Das Ringen wird gekennzeichnet von Zusammenhalt, Spaß und Freundschaft. Nicht zuletzt deshalb hat Stev seinem Sohn diese Sportart gezeigt.

Jonas muss dies auch so empfinden. Und das, obwohl er selbst Erfolge, aber auch Niederlagen auf der Matte für sich verbuchen durfte. Einige Erfolge waren: zweifacher Sieger des Rolandpokalturniers in Stendal, mehrfacher Landesmeister und Vize-Mitteldeutscher Meister. Stolz verkündet er: „Insgesamt habe ich bei vielen Wettkämpfen schon 41 Medaillen errungen.“

Eine Person musste auch lernen damit umzugehen, dass ihre Familie ringbegeistert ist. Jonas Mama nimmt es mit einem Schmunzeln: „Ich bin stolz auf die Erfolge meines Sohnes, der sich in den Fußstapfen des Vaters sehr wohl fühlt.“ Natürlich unterstützt sie ihre Männer durch frühes Aufstehen an Turniertagen und Brötchenschmieren. Eines kann sie aber nicht: „Ich bin viel zu aufgeregt, wenn Jonas ringt. Ich habe auch etwas Angst, dass er sich verletzen könnte. Deshalb fährt Stev immer mit.“

Die ganze Familie Berghoff steht zum Ringen. Stev hat in den letzten Jahren zweimal knapp das Podest bei den German Masters verpasst. Das sind die nationalen Titelkämpfe für Männer über 35 Jahren. Jonas wird weiter fleißig trainieren. Wenn er das diszipliniert und kontinuierlich macht, kann er in den nächsten Jahren sicherlich noch viele Siege einfahren. Im nächsten Jahr stehen wieder die Landes- und Mitteldeutschen Meisterschaften an. Vielleicht geht es dann auch weiter zu den Deutschen Meisterschaften? Den Rückhalt aus der Familie hat er auf jeden Fall.